Michaela Staab von den Westfälische Nachrichten hat uns am Donnerstag im Studio besucht und einen tollen Artikel über unsere Hochzeitsbilder geschrieben - inklusive großer Fotostrecke. Zwei Stunden hat sie sich für uns Zeit genommen und bei einem Tee haben wir kleine Geschichten aus dem Nähkästchen erzählt.
Romantische Hochzeitsbilder im Industriegelände
"Münster - Die Emotion des Moments einfangen, den schönsten Augenblicken einen Rahmen geben - darauf legt die Fotografin Susann Caplan besonderen Wert. Die 30-Jährige besitzt ein Fotostudio an der Körberheide in Münster. Seit rund sieben Jahren begleitet sie Paare auf ihrem Weg von der Hochzeitsplanung bis zum Schleiertanz. Leidenschaft und Einfühlungsvermögen sind Grundvoraussetzungen für jede der rund 30 Hochzeiten, die sie pro Jahr begleitet. „Jede Trauung fordert mich immer wieder auf´s Neue heraus, jede Hochzeit für sich ist einzigartig und spannend.“
Bereits während ihrer Fotografenausbildung zeichnete sich ab, dass die gebürtige Dessauerin andere - neue - Wege gehen wollte. Sie suchte schon früh das Besondere im Menschen, wollte sein Wesen abbilden. Sie arbeitet nicht nach Schema F und steckt ihre Kunden nicht in vorgefertigte Rahmen: „Der Charakter steht im Vordergrund, und den gilt es im Vorgespräch kennenzulernen, und bei der Hochzeit in Bildern festzuhalten. Ich muss wissen, wie die Leute ticken, um mich auf sie einzulassen“, sagt sie. Lächelnd ergänzt die Fotografin, dass sie einen dankbaren Beruf hat, weil sie ständig von glücklichen Menschen, guter Stimmung und angenehmer Atmosphäre umgeben ist.
Caplan rät allen Heiratswilligen, die Hochzeit früh genug zu planen, mindesten ein halbes Jahr im Voraus. Aber auch die beste Planung bewahrt nicht immer vor Missgeschicken: Die Fotografin erinnert sich an eine Hochzeit, als der Braut vor dem Einzug in die Kirche der Reißverschluss am Kleid gerissen ist und die Stimmung zu kippen drohte. In solchen Momenten ist sie nicht nur die Fotografin, sondern Helferin in der Not. In der Zeit vom ersten Gespräch bis zum großen Tag baue sich meistens ein freundschaftliches Verhältnis auf, weiß Caplan aus Erfahrung. So kommt es vor, dass die Frau hinter der Kamera auch zur Bezugsperson der Braut wird, die mit Rat und Tat zur Seite steht - und manchmal einfach nur Mut zuspricht.
Susann Caplan erinnert sich: „Die schönste und emotionalste Hochzeit war die eines deutsch-afrikanischen Paares im vergangenen Jahr.“ Rund 300 Familienmitglieder seien damals aus Afrika eingeflogen. „Die haben die komplette Trauung unterbrochen, jubelten, trommelten und stampften so laut, dass es in der ganzen Kirche schallte. Nach dem Ja-Wort sind alle zum Brautpaar gestürmt, um zu gratulieren. Neben den 20 deutschen Gästen war auch der Pfarrer irritiert, der sich für einige Minuten hinsetzte, um das einmalige Schauspiel zu betrachten.“ Es war eine einzigartige Hochzeit mit vielen Emotionen und gefühlvollen Bildern, an die sie gerne zurückdenkt. Die Fotografin hat auch schon den Wunsch eines Brautpaares abgelehnt, weil es klassisch gestellte Portraitfotos wünschte. Caplan erklärt, dass statische und gradlinige Positionen die Emotionen nicht wiedergeben. Bilder sind für sie lebendig, knallig und authentisch zugleich. „Es müssen nicht immer die außergewöhnlichsten Orte und Positionen sein, auch ganz normale Lokalitäten können den Hintergrund für außergewöhnliche Aufnahmen bilden. Bei mir hüpfen, springen, legen und drehen sich die Paare, kombiniert mit etwas Deko werden auch diese Bilder einzigartig toll. “Auch wenn oft moderne Fotos gewünscht werden, ist es für Susann Caplan wichtig, authentische Aufnahmen zu machen, die die ganze Palette an Emotionen widerspiegeln. Sie empfiehlt den Brautpaaren, immer den eigenen Vorstellungen treu zu bleiben. Nur dann könne die Hochzeit ein tolles und einmaliges Ereignis werden.
Besonders gefragte Orte in Münster sind der Hafen, der Skaters Palace und das Factory Hotel. Auch Lagerhallen, Industriegelände, Steinbrüche sind sehr beliebt. Zuletzt hatte Susann Caplan ein Shooting in Barcelona und ein Wasser-Shooting auf Mallorca. „Den Paaren ist es wichtig, ihren Tag zu etwas ganz Besonderem zu machen, ohne romantisch grünen Hintergrund, Blumenwiese und Baum. Viel mehr sollen es szenige Fotos werden, gerne auch schäbig anmutend. “ Der derzeitige Trend heißt „Trash the dress“. Dabei wird das Hochzeitskleid bewusst nur den einen Tag getragen, um es dann einige Tage später in Szene gesetzt zu verschrotten. Es wird verbrannt, angemalt, verschmutzt oder zerrissen. Diese Akt schließt das gesamte Hochzeitsevent ab.
Auch wenn sie inzwischen über ein großes Repertoire an Ideen verfügt, lässt sie sich gerne bei einem Gang über die Hochzeitsmesse in der Halle Münsterland von Ausstellern und Besuchern inspirieren. Sie selbst zeigt ihre Arbeiten am 20. Februar im Factory Hotel.
Caplans Studio „Pure Shots Photography“, hat als einziges in Münster neben dem Qualitätszertifikat des Bundes professioneller Portraitfotografen (bpp) zwei goldene Sterne, die die Qualität der Arbeit besonders hervorheben. Innerhalb von zwei Jahren hat die Freiberuflerin ihr Studio ohne jegliche finanzielle Unterstützung aufgebaut. Auf die Frage, ob sie stolz ist, sagt sie, dass sie eher glücklich ist. Aber ein paar Sekunden später lächelt sie: „Ich bin doch stolz.“
VON MICHAELA STAAB"

Susann Caplan vom Fotostudio Pure Shots in Münster. (Foto. Michaela Staab)